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Schmalspurbahnen

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©Hans Feldmeier
09.-02.-2012

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- Nur eine schmale Spur ?

 Schmalspurbahnen haben in den letzten Jahren bei Eisenbahnfreunden wie auch bei den Modelleisenbahnern einen großen Zuspruch gefunden. Die meisten Modelleisenbahner bauen ihre Anlage mit handelsüblichem Material auf, weil oft die Zeit oder das handwerkliche Geschick zum Selbstbau fehlen. So war es bisher erklärlich, dass nur ganz wenige Liebhaber und Spezialisten die Nachbildung einer Schmalspuranlage „ihr Thema“ nannten, da bis vor wenigen Jahren dieser Markt auch von den Modellbahnherstellern fast unberücksichtigt blieb. Obwohl es Vorbilder genug gab, wagten sich die ;Modellbahn-Hersteller nicht oder sehr zaghaft an dieses Thema heran.

Seit die Firma „Egger“ Mitte der sechziger Jahre mit einem für damalige Zeiten sensationellen Feldbahnprogramm auf dem Markt kam, änderte sich das etwas. Auf gleicher Spurweite in der Nenngröße H0e (9 mm) brachte die Firma „Lilliput“ eine Schmalspurbahn auf den Markt, die, mit Ausnahme der Waldenburger Lok vornehmlich nach Vorbildern österreichischer 760-mm Schmalspurbahnen entstand.

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Schmalspurbahnen der ehem. DDR oben: Cranzahl - Oberwiesenthal (Sachsen) unten: Selketalbahn Harz
oben: Wernigerode - Nordhausen (Harz) unten: Zittau - Kurort Oybin (Sachsen)
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Briefmarken der "Camber_Eisenbahn". Hier auch eine Lormit Hilfsbeseglung. Ende der 20er Jahre wurde die Bahnabgerissen und über den Hafendamm von Point gestoßen.
Anläßlich 15Jahre "Phosphate Corporation" entstanden diese Marken. Das gestein mit dem höchsten Phosphatgehalt der Welt wird mit dieser kl. Bahn zu den Schiffen gebracht.

Heute bereits eine Rarität sind die Meterspurmodelle der Firma „Herr“ aus der ehemaligen DDR. Diese Schmalspurbahn war auf TT-Basis aufgebaut und für das 12-mm Gleismaterial ausgelegt, obwohl diese Bahn nach dem DDR-Vorbild eigentlich ihren Maßstab nach 9-mm-Gleis gehörte, die es jedoch damals noch nicht gab.

Auch die Firma „Märklin“ machte mit ihrem Minex-Programm einen Versuch auf dem Schmalspursektor. Die Fahrzeuge waren für das gängige Märklin-H0-Gleismaterial (16,5-mm) und in der Nenngröße 0e gebaut. Aber bald verschwanden auch diese Modelle wieder aus den Katalogen.

Erst die Firmen  „Panier“, „Bemo“ und „Lehmann“ setzten auf dem Schmalspursektor neue Maßstäbe. Während sich Bemo weitgehend auf die vielseitigen Vorbilder der Schweizer Bahngesellschaften „Rhätische Bahn“ (RhB) und Panier auf Vorbilder der „Furka-Oberalp-Bahn“ (FO) festgelegt hatte, sind im Lehmann-Programm auch vielerlei Modelle nach deutschem Vorbild zu finden. Der Erfolg war den Firmen  wohl deshalb beschieden, weil sie konsequent ein vollständiges Programm aufbauten, bei dem der Kunde sich darauf verlassen konnte, dass es komplettiert wird.

Danach gab es noch einen Versuch, an dem sich mehrere Firmen in Folge beteiligt hatten ein Schmalspursystem in der Nenngröße 0m (Meterspur) auf dem Markt zu installieren. Die Firmen  „Fama“ – „Utz“ –„Roco“ versuchten mit Modellen nach Vorbildern der Rhätischen Bahn und  Furka-Oberalbbahn  Fuß zu fassen. Leider verschwanden auch diese Modelle wieder aus den Katalogen und werden heute nur noch Einzelstücke von Kleinserienhersteller gefertigt.

Heute haben eine Reihe Großfirmen Schmalspurbahnen in ihr Programm mit aufgenommen. Außerdem wird dieser Markt von einer Vielzahl Kleinherstellern belebt.

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Schmalspur-Personenwagen älterer Bauart
Schmalspur-Triebwagen
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Bild263-Zeichnung
Schmalspur-Triebwagen
Schmalspur-Personenwagen neuerer Bauart

Was ist das nun für eine Faszination, die von diesen kleinen Bahnen ausgeht?  Eine Schweizer Zeitschrift hatte mal in ihrer Überschrift „Eine Lanze für Schmalspurbahnen“. So sollen hier all diejenigen angesprochen werden, die aus Platz- oder Finanzgründen immer wieder den Bau einen kleinen Modellbahn vor sich her geschoben haben. Durch die besonderen, einfachen Betriebsbestimmungen liegt der Aufwand – und damit die Kosten – in einer überschaubaren Dimension.

Ich möchte aber auch all diejenigen ansprechen, die sich bisher nur für normalspurige Großlokomotiven interessiert haben. Vielleicht kommt ja wie bei mir die Erkenntnis: „weniger ist mehr“.

Ein wesentlicher Vorteil, den Schmalspurbahnen aufweisen, liegt in den geringen Kurvenradien, wodurch sich die Trassierung weitgehend dem Gelände anpassen kann. So wurden Schmalspurbahnen in erster Linie dort bevorzugt, wo Bergland und enge, gewundene Flusstäler dem Bau der Trasse besondere Schwierigkeiten bereiteten. Während bei regelspurigen Hauptbahnen Radien unter 200 Meter, für regelspurige Nebenbahnen Radien unter 150 Meter unzulässig sind, gestatteten Schmalspurbahnen weit geringere Radien. das sächsische Nebenbahnsystem hat in Deutschland die 750-mm-Spur eingeführt, und dort waren Krümmungen bis zu 40 Meter Halbmesser gestattet.

Zulässige Radien bei Schmalspurbahnen:

-         1000 mm  Spurweite  =  Radien bis zu 50 Meter

-           750 mm  Spurweite  =  Radien bis zu 40 Meter

-           600 mm  Spurweite  =  Radien bis zu 30 Meter.

Auch die Neigungsverhältnisse bewältigen die oft sehr leistungsfähigen Lokomotiven weitaus besser als ihre normalspurigen „Kollegen“. So sind  bei Schmalspurbahnen Steigungen von  45 0/00 keine Seltenheit..

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SächsIVK vor dem Schuppen in Oschatz 1968
Sächsische IV K heute

Es lag auf der Hand, dass die Schmalspurbahnen Ihre Entstehung der wirtschaftlichen Notwendigkeit verdankten, auch kleinere Orte, die oft weit abseits von der Haupt- und Nebenbahn lagen, an das Verkehrsnetz der Eisenbahn mit anzuschließen. Der zu erwartende Personenverkehr konnte keine ausreichende und Amortisation des hohen Anlagekapitals  einer regelspurigen Haupt- oder Nebenbahn gewährleisten.  Da es zu dieser Zeit noch keinen Autolastverkehr gab, waren die Schmalspurbahnen mit ihrem erheblich geringeren finanziellen Aufwendungen und erleichterten betrieblichen Bestimmungen die einzige Möglichkeit, in der Fläche wirtschaftlichen Betrieb zu machen. Das dieses Ziel erreicht wurde, beweist die Statistik aus dem Jahre 1900, nach der das Anlagenkapital auf den Kilometer Bahnlänge der regelspurigen deutschen Bahnen ca. 260 000 Mark, jedoch bei den Schmalspurbahnen nur 60 000 Mark, also etwas weniger als ein Viertel, betrug.

So verbanden die schmalspurigen Kleinbahnen weglose Täler und entfernte Dörfer mit der Außenwelt. Dank des zuverlässigen und bequemen Transportmittels war es nun möglich, Rohstoffe billiger zu befördern und die Erzeugnisse der heimischen Industrie rascher abzusetzen. Man nannte sie ihrer Zeit  in Bayern auch „Vizinalbahnen“ und wollte dami ausdrücken, dass diese Bahnen hauptsächlich für den örtlichen Verkehr innerhalb eines Gemeindebezirkes oder benachbarter Bezirke bestimmt waren.

Welcher Aufschwung einigen Unternehmungen vergönnt war, zeigt das 600-mm-Netz der MPSB, der „Mecklenburg-Pommerschen-Schmalspurbahn AG“. Sie hatte ihre wirtschaftliche Glanzzeit in den dreißiger Jahren und verfügte bei einer Gesamtstreckenlänge von rund 230km über 26 Lokomotiven, 25 Gepäck- und Personenwagen und 756 (!) Güterwagen. Noch bis zum letzten Betriebsjahr zeugten der 15ständige Ringlokschuppen mit Drehscheibe in Friedland und ein gleicher, 18ständiger Schuppen in Anklam von beträchtlichem Verkehrsaufkommen.. Die MPSB ist bereits Geschichte, wie unzählige andere, einst leistungsfähige Bahnen.

Für die Leistungsfähigkeit der Eisenbahn ist auch heute keineswegs alleine die Spurweite maßgebend. Das beweist z.B. die Kapspur (1047 mm) in afrikanischen Staaten, auf der Transportleistungen erbracht werden, die sich mit denen europäischen Staaten durchaus messen können. Auch die vielzähligen Schmalspurbahnen im Nachbarland Schweiz beweisen täglich, dass sie hohe Leistungen erbringen können und im schwierigen Gelände Planzüge mit z.T. 90 km/h fahren.

Die auf schmaleren Spuren gefahrenen Geschwindigkeitsrekorde sind 163 km/h auf 1067 mm Spurweite. Das Handicap ist in den meisten Fällen das Lichtraumprofil, welches irgendwann vor annähernd 170 Jahren festgelegt wurde und nun nicht mehr erweitert werden kann, weil alle Bahnbauten darauf abgestimmt sind. Die technischen Möglichkeiten erlauben heute ein Bahn in Meterspur unter Ausnutzung des europäischen Lichtraumprofils.

Bild322-Schynige-Platte-Bahn
Bild149-DDM-Kleinbahn
Schynige-Platte-Bahn mit 800mm Spurweite
Kleinbahn 600mm im DDM (Deutsches Dampflok Museum)
Bild268-Rügenbahn
Bild269-Berninabahn
"Rasender Roland" (Rügen) mit 750mm Spurweite
Berninabahn (RhB) mit 1000mm Spurweite

Wegen der geringeren Verkehrsdichte sind meist keine Hauptsignale vorhanden. So besagte die alte Fahrordnung, dass bei Zugkreuzungen die gleichzeitige Einfahrt beider Züge verboten ist. Derjenige Zug, der das durchgehende Gleis benutzt, soll in der Regel zuerst einfahren, während der andere vor der Einfahrt so lange zu halten hat, bis der erste Zug eingefahren und zum stehen gekommen ist.

Auf der Strecke sind lediglich die bekannten Läute- und Pfeiftafeln und Neigungszeichen, allenfalls noch Haltepunkttafeln anzutreffen. Dieses ist aber, wie so oft, nur Regel. Es gibt im Gegensatz hierzu Schmalspurbahnen, die in ihrem Verkehrsaufkommen wie auch in der Sicherungstechnik manche Haupt- und Nebenbahn in den Schatten stellen.

Zwei sehr interessante Schmalspurstrecken gibt es im flachen schleswig-holsteinischen Marschgebiet, die das Festland mit den vorgelagerten Inseln verbinden. Diese Bahnen laufen quer durch das Watt und werden vom Marsch- und Deichbauamt als Versorgungsbahnen betrieben. Das diese Strecken auch von Privatloren der Inselbewohner benutzt werden, versteht sich.

Im Marinedepot Heikendorf bei Kiel fuhr bis Ende 1980 eine Versorgungsbahn , die die Marineschiffe versorgte. Sogar eine Schneefräse und eine Feuerwehr auf Schienen gehörten zum Fahrzeugbestand. Das diese Bahn nicht öffentlich war, versteht sich von selbst. Aber auch mehrere sogenannte Torfbahnen mit 600 mm Spurweite waren in allen Landstrichen vertreten.

Gefördert durch die hervorragenden Modelle der Modellbahnindustrie beschäftigen sich heute eine große Zahl Modelleisenbahner mit dem Thema Schmalspur, womit eine „Sinneswandlung“  eingetreten ist. So kam es nicht von ungefähr, dass sich bundesweit eine Arbeitsgemeinschaft Schmalspur gegründet hat. Die Arbeitsgruppe ist über den Link erreichbar.