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Das Modellbahnkonzept

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Schmalspurbahnen

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©Hans Feldmeier
23.11.2011

Im gereifteren Modellbau- oder Modellbahnleben beginnt die Planung einer Modellbahnanlage mit einem Konzept. Es beginnt wie bei jedem Bauvorhaben mit einer gründlichen Planung.

Die ersten Überlegungen beginnen damit, welche Art von Bahn überhaupt gebaut und nachgestaltet werden soll. Soll es z.B. eine zweigleisige Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn (wie bei fast 80% aller Anlagen) oder soll es nur eine „verträumte“ Kleinbahn werden? Diese Überlegung macht sich dann auch am rollendem Material fest....  was habe ich bereits, was brauche ich noch.

Meine eigenen Überlegungen gingen dahin, dass ich mich für eine Schmalspurbahn entschieden habe, die durch ihre engen Radien einen geringeren Platzverbrauch hat. Diese Entscheidung hat aber auch einen anderen gewollten Aspekt,. Da ich an Infrastruktur der Bahnanlagen sehr viel weniger benötige, besteht die Möglichkeit zum Selbstbau nach dem Motto: „weniger aber detaillierter“. Bei all diesen grundsätzlichen Fragen sollte es auch eine selbstkritische Einschätzung geben: „was kann ich selber handwerklich bewältigen;  welche Fähigkeiten habe ich“. Diese Frage ist ehrlich zu beantworten, denn eine Selbstüberschätzung führt notgedrungen zu Verlusten. Auch das eigene Durchhaltevermögen ist genau zu analysieren. Es lohnt nicht länger währende Projekte anzugehen, die dann nicht durchgestanden werden.

Die nächste Frage ist eigentlich die „Gretchenfrage“. Welche Räumlichkeiten stehen mir zur Verfügung? Passt mein Grundkonzept in dem zur Verfügung stehenden Raum? Ist hier zwischen vorhandenem Raum und gewünschten Anlagenthema Einklang ?

Die nächste Grundfrage wäre die Art der Anlage. Früher baute man sogenannte Tischanlagen, die heute wegen ihres ungünstigen Platzbedarfs und der „Rundum Möglichkeit“ wenig beliebt sind. Der „heutige“ Modelleisenbahner fährt wie beim Vorbild von A nach B und nicht im Kreis herum.

So bieten sich an der Wand entlang  oder Modulanlagen an. Während die „an der Wand entlang Anlage“ meist fest mit dem Raum verbunden ist, hat die Modulanlage sehr flexiblen Charakter. Bei Einhaltung einer bestimmten Norm ist es mit Modulanlagen möglich sich mit anderen Modulbauern auf Ausstellungen zusammen zu schließen.

Weitere wichtige Vorabfragen sind die Bau- oder besser Nenngröße, das Thema der Anlage und die Zeitepoche.

Nicht ohne Grund ist die Nenngröße H0 die beliebteste Größe, da sie zwischen Detaillierung und Platzbedarf einen guten Kompromiss darstellt. Kleinere Nenngrößen, wie „TT“, „N“ oder „Z“ erlauben zwar eine großzügigere Gestaltung des Bahnbetriebes, haben aber m.E. den Nachteil der geringeren Detaillierung und das fehlende Masseverhalten, was mit der Miniaturisierung schwindet.

Noch ein sehr guter Kompromiss von den Proportionen ist die vom Maßstab sehr seltene Nenngröße „S“ in 1 : 64. Ich selbst habe mich hier in dieser Nenngröße versucht,  musste aber leider feststellen, dass  es absolut kein Zubehör gab und man alles „schnitzen“ musste, selbst die Figuren.

Aber diese Nenngröße „S“ hatte den Vorteil, dass meterspurige Schmalspurfahrzeuge nach der Norm „Sm“ Ho-Gleise nutzen konnten (1000mm :/ 64 = 15,6 mm.   H0 ist mit 16,5 mm genormt). So liegt die Überlegung nicht sehr viel weiter, die nächst größere Baugruppe „0“ (Null) anzupeilen. Hier besagt die Norm im Maßstab 1 : 45 , dass Schmalspurfahrzeuge mit einer Spurweite von 750mm noch auf H0-Gleisen fahren können (750 :/ 45 = 16,6), der H0-Norm sehr nahe kommt. Nach einigen Überlegungen hatte ich mich für diese Nenngröße 0e (siehe auch hier Modellbahnnormen) entschieden.

Bei der Überlegung des Themas bedarf es zweier Grundüberlegungen. Möchte ich akribisch genau eine Bahnstrecke (Landschaft) nachgestalten oder aber soll meine Anlage ein Fantasiegebilde werden. So sehr es reizt einen bestimmten Streckenabschnitt historisch genau nachzugestalten, so gaben meine Möglichkeiten auf dem mir zur Verfügung stehenden Platzbedarf keine positive Antwort. Ich habe mich für die „Fantasie“ entschieden, da der exakte Nachbar einen weitaus größeren Platzbedarf hat und ich aus den Kompromissen nicht heraus kommen würde.

Ich habe mich für die „Kossau.-Tal.-Bahn „ (KTB) entschieden, wo es keine Ähnlichkeiten und Vergleichsmöglichkeiten gibt. Das Kossau Tal liegt zwischen Lütjenburg und Plön in einem romantischen Landschaftsschutzgebiet entlang der Kossau    - einem Bachlauf Diese Gegend, die nie eine Eisenbahn führte, gab meinem Anlagenkonzept den Namen.

Durch viele Reisen ins Schmalspurbahnland Schweiz, habe ich auch die Schönheiten und Techniken der dortigen Schmalspurbahnen schätzen gelernt. Es lag also auf der Hand, dass ich mir ebenso Gedanken über einen elektrifizierten Streckenabschnitt nach Schweizer Vorbild gemacht habe. So sieht die Grundplanung vor, in einem Gemeinschaftsbahnhof  die KTB mit einer elektrifizierten weiteren Schmalspurlinie zu verbinden. Hier, in diesem Gemeinschaftsbahnhof, könnte dann z.B. ein richtiger Traktionswechsel stattfinden.

Eine weitere kleine Anbindung einer regel- oder normalspurigen Nebenbahn hat nur den Hauptzweck normalspurige Güterwagen auf Rollwagen der Schmalspurbahn umzusetzen.

Die letzte große Frage ist das Zauberwort „Epoche“. Das ist der Zeitraum, in dem die Modellbahnanlage angesiedelt ist. Um eine Modellbahnanlage glaubwürdig darzustellen, müssen auch Zeitepoche-Werte stimmen. Die Fahrzeugbeschriftung muss mit dem Umfeld in Einklang stehen. Beschriftungen  aus preußischer Zeit passen nicht zu einem Opel Corsa der vor dem Bahnhofsgebäude steht.

Ebenso sollte ein leichtes Nachdenken über die dargestellte Jahreszeit angestellt werden. Frühling (blühende Bäume) passen nicht in die Erntezeit!

Viel Spaß beim Nachempfinden !